Bier
Feiern war wichtiger als Schule

Zugegeben, dieses Problem betrifft nicht nur kleine Städte. Auch in größeren Städten gibt es die sogenannten Zeitarbeitsfirmen, bei denen Mitarbeiter an einen Kunden vermittelt werden, die sie dann die gleiche Arbeit machen lässt, sie aber im Vergleich zur Stammbelegschaft schlechter bezahlt. So höre ich es zumindest von meinen Freunden. Sie haben leider kein gutes Los gezogen beziehungsweise waren meiner Meinung nach auch selbst schuld daran, aber pssst… und müssen jetzt für wenig Geld schlechte und schlecht bezahlte Arbeit erledigen, die sie auf Dauer wohl kaum glücklich machen wird. Aber fangen wir von vorne an. Was ist eine Zeitarbeitsfirma?

Bei einer Zeitarbeitsfirma handelt es sich um eine Firma, die Personal an eine weitere Firma vermittelt. Das Prinzip ist mittlerweile voll und ganz in Deutschland angekommen und viele Firmen berufen sich auf das Konzept. Auch die Bundesregierung hat sich mit dem Konzept der Zeitarbeit befasst, in dem es gesetzlich festgeschrieben hat, dass ein Arbeitnehmer maximal zwei Jahre für eine Firma tätig sein darf, ehe er einen Festvertrag bekommt.

Erfahrungen von der Leiharbeit

Diese Idee ist an sich ja ganz nett, allerdings bietet sie in der Praxis kaum einen Mehrwert. Denn kurz vor Ablauf der zwei Jahre wird der Arbeitnehmer entlassen und jemand nNeues wird eingestellt, ohne dass die Firma mit Folgen zu rechnen hat.

Warum arbeiten einige meiner Freunde dort?

Wer die Beschreibung gelesen hat, der wird sich fragen, wie man überhaupt bei so einer Firma arbeiten kann. Nun, ich glaube, dass das in einigen Fällen auch nicht ganz freiwillig passiert ist. Stattdessen ging es manchmal wohl nicht anders. Das ist immer dann der Fall, wenn das eigene Zeugnis vor mangelhaften Noten nur so strotzt oder wenn man einfach immer und immer wieder unentschuldigt gefehlt hat. Klar waren damals andere Dinge wichtiger. Die Nummer eines Mädchens, der Film am späten Abend, der dafür gesorgt hat, dass man am nächsten Tag zu spät zur Schule kommt, die Party unter der Woche etc. Die Quittungen werden jetzt ausgestellt. Wer geglaubt hat, dass man mit einem blauen Auge davonkommen würde, hat sich wohl getäuscht.

Wie kann es weitergehen?

Nun, das ist keine Frage. Denn es ist gut möglich, dass sie sich in ein paar Jahren immer noch bei diesen Zeitarbeitsfirmen wiederfinden werden. Denn, wie erwähnt wurde, geht ein Vertrag maximal zwei Jahre, bis ein Angestellter leider oft gekündigt wird und meine Freunde werden auch nicht jünger. Sie sind jetzt knapp 30 oder Anfang 30. Das heißt, dass sie in ca. zehn Jahren als schwer vermittelbar eingestuft werden. Dadurch haben sie es noch schwerer an eine Arbeitsstelle zu kommen. Es sind also keine rosigen Zeiten für meine Freunde angebrochen, wie sie daraus kommen können? Ich habe keine Ahnung, kann aber auch nichts für ihre damaligen Entscheidungen.